22.03.2026
Kunstpioniere zwischen erster Idee und fast fertigem Werk
Nach mehreren Wochen intensiver Arbeit, kreativer Umwege und spontaner Geistesblitze nähern sich die Schüler:innen der Vollendung ihrer Projekte. Was als erste Idee begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu ganz eigenen künstlerischen Positionen. Am besten lässt sich dieser Prozess nachvollziehen, wenn die Schüler:innen selbst davon berichten.
Mila S. und Alina beschreiben ihren Arbeitsprozess so:
Das Projekt Kunstpioniere macht uns momentan sehr viel Spaß. Wir haben die Möglichkeit, komplett alleine und kreativ mit unseren eigenen Ideen zu arbeiten, ohne Einschränkungen. Obwohl wir am Anfang Schwierigkeiten hatten, die Kunst des Künstlers zu verstehen, war für uns direkt klar, dass wir einen Film machen wollen. Es gab viele Änderungen und spontane Ideen, und besonders schwierig war es, passende Kulissen und Requisiten ohne viel Geld zu finden. Am Ende konnten wir aber alles durch Teamarbeit umsetzen.
Alice erzählt von ihrer Herangehensweise:
Als ich die Ausstellung zum ersten Mal sah, ist mir ein Bild direkt ins Auge gesprungen. Es war düster und zeigte nur einen leblosen Arm in einer chaotischen Wohnung. Ich habe mich gefragt, wer hinter diesem Arm steckt. Daraus entstand meine Frage und mein Projekt. Ich habe versucht, dem Arm eine Identität zu geben und so viele Informationen wie möglich zu finden. Begleitet wurde ich dabei von André Lützen, der meine Idee unterstützt hat. Am Ende bin ich sehr zufrieden mit meiner Umsetzung.
Jule S. beschreibt ihren Prozess etwas anders:
Die Kunstpioniere haben mir eine neue Sicht auf Dinge gegeben und mir gezeigt, andere Wege zu gehen. Nach der Ausstellung hatte ich viele Ideen, die ich in meinem Skizzenbuch gesammelt habe. Ich habe viel ausprobiert und auch eine erste Idee wieder verworfen. Dadurch konnte ich neue Gedanken entwickeln und schließlich eine bessere Entscheidung treffen. Insgesamt war die Arbeit für mich sehr lehrend, spannend und hat mir viel Spaß gemacht.
Tanin berichtet von ihrem Projekt folgendes:
Bei unserem Kunstprojekt mit den Kunstpionieren hatten wir die Möglichkeit, mit einem Künstler zusammenzuarbeiten und eigene künstlerische Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Dabei ging es vor allem darum, selbst kreativ zu arbeiten. Wir beschäftigen uns mit Philip Montgomery, dessen Ausstellung im Phoxxi Hamburg zu sehen ist. Während der Arbeit habe ich mich vor allem gefragt, warum er gar keine Farben verwendet beziehungsweise alle seine Fotos grau sind. Das war für mich eher ungewohnt, da man normalerweise oft mit Farben Gefühle oder Emotionen ausdrücken kann. Genau darum geht es in meinem Kunstwerk letztendlich auch. Während des Projekts kam auch ein paar Mal André Lützen vorbei, der sich unsere Arbeiten angeschaut hat. Er fand meine Idee grundsätzlich gut, hatte aber auch einige Verbesserungsvorschläge. Zum Beispiel meinte er, ich hätte mehrere Wände einbauen können, da es mit zwei Wänden noch ziemlich leer aussieht. Diese Idee hat mir persönlich jedoch nicht so gut gefallen, weshalb ich mich entschieden habe, bei meiner ursprünglichen Idee zu bleiben.
Die Stimmen der Schüler:innen zeigen, dass Kunst nicht nur aus einer festen Idee entsteht, sondern aus einem Prozess, der von Veränderungen, Zweifeln und neuen Ansätzen lebt. Oder anders gesagt, der Weg zur Idee ist manchmal genauso spannend wie das fertige Werk. Ich bin gespannt, wenn die Werke, die aus eigenen und persönlichen Prozessen entstanden sind, in der Blitzausstellung gemeinsam präsentiert werden.