22.03.2026
Raum – wahrnehmen, fühlen, staunen, entdecken, experimentieren
Am 17. März waren wir vom Vertiefungskurs Kunst und Kulturarbeit im Jenisch Park im Ernst Barlach Haus und haben uns die Ausstellung „Schüttelt Schattendramen aus dem Ärmel“ von Ulla von Brandenburg angeschaut. Ulla von Brandenburg arbeitet mit ganz unterschiedlichen Materialien und Ausdrucksformen. Besonders eindrucksvoll waren für uns die großen Stoffvorhänge, die teilweise an Theaterkulissen erinnern. Die Räume hatten jeweils eine ganz eigene Stimmung, die stark durch Licht beeinflusst wurde. Auch die Farben, zum Beispiel Orange- und Lilatöne, haben die Wirkung der Räume zusätzlich verstärkt.
Wir entdeckten Stoffe und Leinwände, die mit besonderen Färbetechniken gestaltet wurden. Die Muster wirkten teilweise gespiegelt oder symmetrisch, was vermutlich durch Falten oder Knoten im Stoff entstanden ist. Einige Motive erinnerten auch an Geisterfiguren. Die Arbeiten hatten eine eher ruhige, aber gleichzeitig auch etwas geheimnisvolle Wirkung.
Wir beschäftigten uns intensiv mit dem Raum: Wie bewege ich mich im Raum? Was macht der Weg mit mir? Wir untersuchten, wie der Raum auf uns wirkt und wie wir ihn wahrnehmen. Dabei arbeiteten wir auch mit Schatten und erkannten, wie stark Licht, Kontrast und Dunkelheit die Wirkung von Kunst beeinflussen können. Auf unserer sogenannte Erkundungstour, sammelten wir Eindrücke, entdeckten Dinge und schärften unsere Wahrnehmung. Wir stellten uns Fragen wie: Warum interessiert mich etwas? Was hat das mit mir zu tun? Unsere Führung gab uns dabei viele Impulse und Input, die uns halfen, die Kunstwerke besser zu verstehen und eigene Ideen zu entwickeln.
Ein weiterer spannender Punkt war die Arbeit mit Alltagsmaterialien. Dabei wurde uns bewusst, dass Kunst nicht nur aus perfekten oder „eingefrorenen Momenten“, wie man sie oft vom Handy kennt, besteht, sondern sich auch aus einfachen, veränderbaren Materialien entwickeln kann.
Ziel unseres Besuchs war es, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern auch zu erfahren und zu verstehen, was sie in uns bewegt. Ein besonderer Fokus lag auf den Begriffen Transparenz und Durchsichtigkeit. Dazu gestalteten wir eigenes Transparentpapier, das anschließend von anderen weiterverändert wurde.
So konnten wir beobachten, wie sich Kunst durch unterschiedliche Einflüsse entwickelt und verändert, ganz im Sinne eines offenen, grenzübergängigen Prozesses. Am Ende haben wir gemeinsam darüber gesprochen, wie sich die Arbeiten verändert haben, wie wir die Ergebnisse finden und was sie bei uns auslösen. Dabei ging es auch darum, wie unterschiedlich Wahrnehmung sein kann. Aus dieser Aufgabe heraus entstand auch ein Gespräch darüber, wie zugänglich Kunst eigentlich ist und wie man Ausstellungen vielleicht „anfassbarer“ machen könnte, also wie Kunst so gestaltet werden kann, dass man sie nicht nur anschaut, sondern auch anders erlebt.
Durch den gemeinsamen Ausstellungsbesuch wurden wir stark inspiriert. Einige von uns möchten sich nun intensiver mit Bereichen wie Fotografie, Schatten, Licht, Film, Kontrasten oder auch Reißtechniken beschäftigen. Insgesamt war der Besuch sehr vielseitig und inspirierend. Wir konnten nicht nur Kunst betrachten, sondern auch selbst kreativ werden, experimentieren und neue Perspektiven kennenlernen. Wir sind gespannt, wie sich unser Prozess im sichtbaren Übergang entwickelt und freuen uns über die fortlaufende Kooperation.
Autor:innen: Laura F. und Laura D.