19.04.2026
Vernäht-geflickt-umhüllt-Erinnerungsstücke der Künstlerin Lenke Rothmann

Am Vormittag des Eröffnungstages bot die Pressekonferenz im Kunstverein einen intensiven ersten Zugang zur Ausstellung „Quality of Life“. Die Kurator*innen Sarah Messerschmidt und Milan Ther führten durch das Werk von Lenke Rothman

Es handelt sich dabei um die erste Ausstellung ihrer Kunst außerhalb von Schweden.

Im Zentrum des Gesprächs stand der Begriff der „Reparatur“. Es wurde klargestellt, dass ihre Methoden des Nähens, Flickens und Umhüllens nicht das Ziel verfolgen, einen unversehrten Zustand wiederherzustellen. Vielmehr geht es darum, die Einzelteile der Vergangenheit zusammenzuhalten und das Leben trotz ständiger Zerstörung fortzuführen.

Ein zentrales Motiv, das während des Rundgangs immer wieder betont wurde, ist die Kleidung als „Haut“, als eine schützende Schicht zwischen dem verletzlichen menschlichen Körper und einer oft grausamen Außenwelt.

Die Materialität ihrer Arbeiten, von abstrakter Malerei bis hin zu Skulpturen, wirkt vor Ort besonders haptisch. Die Arbeiten, die wiederkehrende Motive wie den Hasen oder den Regenschirm verwenden, lassen sich als Chiffren im Werk Lenke Rothmans verstehen. Diese Motive verweisen auf eine komplexe, vielschichtige zeitliche Entwicklung.

Trotz der belastenden biografischen Hintergründe strahlt die Ausstellung eine bemerkenswerte Lebendigkeit aus. Rothmans Werk enthält eine prägnante, materielle Bildsprache, die lange im Gedächtnis bleibt.

Frida

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