13.02.2026
Streik, Stress und eine Blitzausstellung
Vorher
Der 2. Februar 2026 schien nicht der beste Tag für die Blitz-Ausstellung im Museum der Arbeit zu sein. Verdi hatte zum Streik aufgerufen, und bei aller Solidarität führte dies dazu, dass viele Schüler:innen, Eltern, Lehrkräfte und andere Besucher:innen nicht den Weg zum Museum am U-Bahnhof Barmbek finden würden. Allerdings gab es keine Alternative: Die Ausstellung konnte nicht verlegt werden, alles war bereits vorbereitet.
Zum Glück schafften es viele Besucher:innen dennoch, mit dem Auto, der S-Bahn oder auch durch lange Fußwege zur Ausstellung zu gelangen und die Blitzausstellung konnte wie geplant eröffnet werden.
die Eröffnung
Nach einem ersten Rundgang durch die Ausstellung „Respekt“, in die die Schüler:innen ihre Arbeiten integriert hatten, wurde die Schau mit feierlichen Reden von Schüler:innen, Lehrkräften, der Künstlerin, den Kunstpionieren und vielen Blumen eröffnet. Danach standen die Schüler:innen bereit, um ihre Werke zu diskutieren und Fragen zu beantworten.
Das Museum bot einen fantastischen Rahmen, um die Werke so auszustellen, wie es die viele Arbeit verdient hat. Jedes ausgestellte Werk war mit einem erläuternden Text und einem Porträt der Künstlerin neben dem Werk versehen. Dies war jedoch gar nicht nötig, denn fast alle Schüler:innen stellten ihre Werke gerne den Besucherinnen vor.
Diskussionen entstanden beispielsweise um die Installation „Eiswürfel“, die das Thema Obdachlosigkeit und das Schlafen im öffentlichen Raum aufgriff. Auch die Serie von Monotypien und Lithographien zog viele Besucherinnen an. Fragen wie „Wie beeinflusst mich der Blick von außen?“ und „Bin ich resilient genug, um meine Identität positiv weiterzuentwickeln, auch wenn ich mich gegen negative Zuschreibungen abgrenzen muss?“ wurden aufgeworfen.
Wie viel Einfluss lasse ich zu? Was tut mir gut? Was brauche ich für eine Weiterentwicklung?
Viele Arbeiten waren interaktiv gestaltet. Es konnten Spiegel beschriftet, Postkarten entnommen und in die Rolle einer anderen Figur geschlüpft werden. Hier zeigte sich, dass viele Auszubildende besonders spielerische Elemente schätzen. Auch das Thema Spielzeug und seine Auswirkungen auf die emotionale Entwicklung von Kindern wurde in einigen Werken thematisiert. So krachte beispielsweise ein Spielzeugauto in ein Puppenhaus.
alle Werke
Installation: „EISWÜRFEL“
Respekt beginnt mit Hinsehen.
Ich habe mich im Rahmen meines Projektes mit dem Thema Obdachlosigkeit auseinandergesetzt, weil in den letzten Jahren viele obdachlose Menschen an Kälte und Unterkühlung gestorben sind. Diese Schicksale bleiben in unserer Gesellschaft oft unsichtbar. Viele Menschen gehen täglich an obdachlosen Personen vorbei, ohne wirklich hinzuschauen oder über ihre Lebenssituation nachzudenken. Doch hinter jeder Person, die auf der Straße lebt, steckt ein Mensch mit einer eigenen Geschichte, mit Gefühlen, Hoffnungen und Bedürfnissen.
Meine Installation besteht aus einer Klappmatratze mit einer eingenähten Wolldecke. In die Decke habe ich zusätzlich eine Isolierfolie eingenäht, wie sie auch von Hilfsorganisationen genutzt wird, um Menschen vor Kälte zu schützen. Diese Materialien stehen für Wärme, Schutz und Überleben – Dinge, die für viele von uns selbstverständlich sind, für obdachlose Menschen jedoch nicht.
Die Klappmatratze ist bewusst als mobile Möglichkeit gestaltet. Sie lässt sich zusammenfalten und transportieren.
Enrika
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Wer bin ich und wie bin ich zu dem geworden, wer ich heute bin?
Im Mittelpunkt steht eine ganz normale Figur, genauso wie du und ich. Wenn du magst, versuch dich doch mal in die Person hineinzuversetzen und schau in deinen eigenen Spiegel hinein. Was siehst du, wenn du in den Spiegel schaust? Was beeinflusst dich? Sind es die gleichen Dinge oder vielleicht sogar noch mehr?
Ich habe versucht, eine Situation darzustellen, in der eine Figur vor einem Spiegel steht und sieht, was sie alles so beeinflusst. Hierbei habe ich mich bei dem Spiegel für eine Collage entschieden. Um die Figur gut sichtbar zu machen, habe ich mich dazu entschieden, diese in Lebensgröße darzustellen.
Fiona
Collage, Zeichentusche auf Papier
Waffen, Ritter, Piraten, Monster, crashende Autos. Puppen, Barbies, Puppenhäuser, Kreativ-Sets.
Bei Kindern lässt sich beobachten, dass Jungen häufiger mit gewaltbezogenem Spielzeug konfrontiert werden, während Mädchen eher Spielzeuge mit sozialem oder fürsorglichem Charakter nutzen. Daraus ergibt sich die Frage, ob bei Jungen die soziale Komponente des Spiels zu kurz kommt und damit auch die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken, weniger gefördert wird. Entsteht Gewalt möglicherweise dort, wo Sprache für Emotionen fehlt? Mit dieser Fragestellung setze ich mich in meiner künstlerischen Arbeit auseinander.
Lorenz