11.01.2026
Zeichnen, drucken, reißen, modellieren
„Respekt“: Eine künstlerische Auseinandersetzung im Museum der Arbeit
„Wo bleiben die anderen denn?“ Aufgeregt stehen die angehenden Erzieher:innen vor dem Museum der Arbeit. „Kommen die später noch rein? Die Künstlerin holt uns doch gleich ab!“ Ja, sie kamen noch ins Museum! Überhaupt bot das Museum uns sehr großen Freiraum zum Arbeiten. Die Schüler:innen konnten das Atelier, einen Arbeitsraum, Flur, Küche und das Gelände nutzen und jederzeit in die Ausstellung gehen. Für jedes (kleine) Problem wurde eine Lösung gefunden. Wir hatten die besondere Situation, dass wir im Rahmen des Projektunterrichts an fünf Tagen für jeweils fünf Stunden im Museum arbeiten konnten. Das war ein riesiger Vorteil, um nah an den Impulsen der Ausstellung „Respekt“ zu bleiben, die wunderbare professionelle Atmosphäre im Atelier und den Werkstätten aufzugreifen und durchgehend von der Künstlerin Muriel Zoe Borchert begleitet zu werden.
Das Thema der Ausstellung „Respekt“ im Museum der Arbeit stellte für die Schüler:innen einen sehr anschlussfähigen Impuls für eine künstlerische Auseinandersetzung dar.
Welchen Respekt erfahren Kinder und Jugendliche, mit denen ich als professionelle Fachkraft später arbeite, durch Erwachsene?
Wie respektvoll gehen sie miteinander um?
Erlebe ich selbst im Alltag einen respektvollen Umgang?
Die Schüler:innen griffen aus der Ausstellung Themen auf, wie den geschlechtsspezifischen Einfluss, dem Kinder durch Spielzeug, Kleidung und Ansprache ausgesetzt sind. Der fremde und eigene Blick auf den eigenen und den Körper anderer taucht in einigen Arbeiten auf. Diskriminierung, wie sie sich anfühlt und zeigt, wird ebenfalls behandelt.
Material sichten
Da es sich bei der Ausstellung um eine inhaltliche und vorrangig künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Respekt handelt, haben sich die Schüler:innen intensiv damit beschäftigt, wie die einzelnen Themen in der Kunst behandelt werden. Sie beschäftigten sich z.B. mit Künstler:innen wie Moshtari Hilal und ihrer Auseinandersetzung mit westlichen Schönheitsidealen, mit der Verbindung von Körper und Konsum, wie Barbara Kruger sie bearbeitet, sowie mit den überlebensgroßen Figuren von Ron Mueck. Auch Wagner Olino, der sich mit Spielzeug und kindlichen Perspektiven auseinandersetzt, wurde als Impuls genutzt.
Diese Künstler:innen wurden nicht nur hinsichtlich ihrer Wirkung, sondern auch in Bezug auf das verwendete Material und die Arbeitsweise untersucht. Auch in Zeitschriften, eigenen Fotoalben und bei Stadtrundgängen wurde geforscht.
Künstlerisch arbeiten
Begleitet von Muriel Zoe Borchert arbeiteten die Schüler:innen in der Lithografie-Werkstatt und experimentierten mit Monotypien. Sie zeichneten mit Tinte, arbeiteten mit Ton und Draht, gestalteten Leinwände und erstellten Collagen. Viele Schüler:innen entschieden sich für interaktive Installationen, in denen sie die zahlreichen interaktiven Elemente der Ausstellung aufgriffen. Sie entwickelten Kunstwerke, bei denen die Betrachtenden Position beziehen, entdecken, spielen und dem Werk eine eigene Richtung geben können. Eine Schülerin entschied sich, einen mobilen Schlafplatz für obdachlose Menschen zu entwickeln.
Wir freuen uns sehr auf die Ausstellungseröffnung am 2. Februar 2026 um 17:00 Uhr im Museum der Arbeit.
Seien Sie herzlich eingeladen, die kreativen Auseinandersetzungen der Schüler:innen mit dem Thema „Respekt“ zu erleben!